Ich will nicht mehr allein sein

Ich bin ständig allein. Ich bin so oft allein, dass es für mich normal geworden ist sich allein zu fühlen. Ich merke das gar nicht mehr, wie alleine ich manchmal bin. Besonders dann, wenn ich mit anderen in Verbindung treten möchte spüre ich wie sehr ich nicht allein sein möchte. Dann wird mir bewusst, wie sehr ich dazu gehören möchte. Ich möchte auch ein Teil sein.


Ich will mitspielen. Das sagt mein inneres Kind und sitzt unter Tränen alleine auf der Terassenstufe.

Meine Schwester war auf dem Kindergeburtstag meiner Nachbarin eingeladen. Alle Kinder, wirklich ALLE aus der ganzen Nachbarschaft waren eingeladen nur ICH NICHT. Und das Lustige ist: Ich mochte dieses Mädchen das Geburtstag gefeiert hat nicht einmal. Ich fand sie richtig scheisse und doof und gemein. Vermutlich hat sie das gemerkt und mich deshalb nicht eingeladen…

Natürlich wollten weder meine Eltern noch ich meiner Schwester antun, dass sie auch nicht hingehen darf. Also ist sie auf den Geburtstag gegangen – nebenan. Wir haben in einem Reihenmittelhaus gewohnt und die Gärten waren direkt Zaun an Zaun. Ich konnte von meinem Garten in den Garten dieses Mädchens schauen. Es war noch ein Garten dazwischen, der von Familie Lorenz. Und dann kam der von denen.

Ich saß tot-traurig auf der Stufe zur Terrasse und habe gesehen und gehört wie alle da drüben gespielt haben nur ich durfte nicht mitspielen! Das war so fucking gemein und grausam. Mein Papa hat mir erzählt wie es ihm sein Herz zerrissen hat mich da so sitzen zu sehen. Kann ich absolut nahvollziehen. Gott, als Kind nimmst du alles viel intensiver wahr.


Während ich so von dieser prägenden Geschichte meiner Kindheit schreibe, habe ich richtig Unbehagen irgendwie, dass das jemand blöd finden könnte, Angst mich so zu zeigen. Dann denke ich aber an die Geschichte von Laura Seiler und ihrem Pony Silver und wie wichtig diese Geschichte war, damit ich Laura besser kennen lernen konnte und mich ihre Arbeit tief berühren konnte. Weil sie den Mut hatte so ehrlich zu sein. Also zurück zu meiner Geschichte:


Klar fand ich dieses Mädchen blöd, aber ich wollte mitspielen. Ich vermute da hat es angefangen, dass ich mich selbst zum Außenseiter gemacht habe. Wenn ich mich selber ausschließe, können die anderen mich nicht mehr ausschließen und dann tut es nicht so weh, habe ich mir vermutlich gedacht. Blöd nur, dass ich in Wirklichkeit eigentlich immer nur dabei sein wollte. Das hat sich durch mein ganzes Leben gezogen, bis heute. Jeder hatte immer seinen Freundeskreis. Ich hatte nie einen festen Freundes-KREIS. Ich hatte meine Freunde ja, sehr gute und tolle Freunde – die hatten aber alle ihre eigenen Freundeskreise. Ich habe es geliebt neue Leute kennen zu lernen und oft hat es mich gar nicht gestört, dass ich in neue Kreise gekommen bin. Ich glaube ganz tief in mir habe ich nach meinem Kreis gesucht und tue es bis heute.

Ich habe die tollsten und besten und engsten Freundschaften. Ich bin für jeden einzelnen Menschen von ganzem Herzen dankbar.

Mir fehlt bis heute aber das Gefühl zu einer Gemeinschaft dazu zu gehören.

Das sind übrigens auch meine größten Urängste, die Angst zu verhungern und die Angst von der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Aus der Angst zu verhungern, resultieren Existenzängste, finanzielle Ängste. Diese Ängste habe ich bereits heilen können und ich spüre, dass es an der Zeit ist diese andere tiefe Urangst zu heilen.


Heute habe ich über meine Wohnung nachgedacht, wie oft ich Besuch habe. Ich glaube in dem ganzen Jahr seitdem ich hier wohne kann ich die Male an denen jemand hier war an zwei Händen abzählen. Ich bin die meiste Zeit hier allein. Dabei liebe ich es doch so allein zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen in einer WG zu leben. Wenn ich meditieren will fängt auf einmal jemand an zu staubsagen. Ne, das geht gar nicht! Ich habe gerne Zeit für mich, das ist wohl die bessere Formulierung, aber ich will nicht mehr allein sein. Ich will endlich meinen Tribe finden. Mir fällt kein passendes deutsches Wort ein. „Stamm“ klingt viel zu hart, da muss ich an einen Pfosten denken…


Es ist richtig oft passiert, dass, wenn ich unbedingt wo dazugehören wollte und mich mega versucht habe anzupassen, dass mir das um die Ohren geflogen ist. Ich will ja gar nicht so sein wie die, aber ich will dazugehören. Ich will auch ein Teil von dem Kreis sein. Das war nicht mein Tribe. Ich hab das so oft gespürt wie sehr ich das Verlangen hatte aufgenommen zu werden und es mich gleichzeitig innerlich wahnsinnig abgestoßen hat, weil es einfach nicht gepasst hat.


Mich beschleicht allerdings gerade so das Gefühl, dass ich jetzt vielleicht die Chance habe mir eine Gemeinschaft aufzubauen. Dass, wenn ich wirklich von ganzem Herzen Ich einfach Ich bin, dass ich jetzt vielleicht die Menschen gefunden habe, die zu mir passen und zu denen ich passe. Ich hab das sogar mal gepostet: Irgendwas mit sei mit jeder Faser deines Ichs deine Wahrheit, nur so kannst du wirklich die Menschen finden die zu dir gehören. Als Gemeinschaft. Das wünsche ich mir von ganzem Herzen und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich hier richtig bin.


Übrigens schreibe ich alle meine Texte immer dann, wenn es mich überkommt. Das passiert zum glück recht oft. Ich habe vorher ein Video gesehen von Bahar Yilmaz, das kann ich dir hier verlinken. Darfst selbst entscheiden ob du bereits dafür bist und ob das etwas für dich ist. Es ist ziemlich deep und es heißt “Energie Vorschau für 2020”. Nachdem ich es angesehen habe, kam es plötzlich in mir hoch…du merkst, ich bin noch sehr zögerlich. Step, by step bring ich hier etwas ans Licht. Babysteps sozusagen.

Vielleicht kann ich ja Menschen anziehen die auch voller Sehnsucht nach einem Zuhause in einer Gemeinschaft sind? Ich kann wirklich, wirklich sehr gut für mich sein, ich liebe es, ich genieße es. Doch das ist doch nur ein Teil des Ganzen:

Da in der Gemeinschaft, da ist doch viel, viel mehr Kraft und Liebe und Mut und Energie und Nähe und Sicherheit und Vertrauen und Fülle und Liebe…Liebe hab‘ ich schon gesagt…egal. Einfach MEHR LEBEN!

Willst du das auch? Schreib mir…vielleicht gehörst du zu mir und ich zu dir…und gemeinsam ziehen wir ganz viele andere an, die das auch wollen. Mehr Leben – Gemeinsam! Und du weißt: Die Welt ist gut. Das Leben ist  Liebe.

Madeleine

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