Wanderlust

· and into the forest I go I lose my mind and find my soul ·

Es hat nur einen einzigen Aufstieg gebraucht und ich war überwältigt.  Als wir auf halber Höhe angekommen waren sah ich ins Tal hinunter und es war einfach unfassbar. Endlich wusste ich wo ich anfangen soll. Schon lange hatte ich vor auf die umliegenden Gipfel wie die Kampenwand oder den Geigelstein zu gehen nur dachte ich immer mir fehlte ein Tour-Guide, was vermutlich auch nur eine billige Ausrede war. Ich hatte keine Ahnung wo ich loslaufen soll und wo dann weiter, aber als ich es einmal geschafft hattee mit Freunden mitzugehen wusste ich von da an wie es läuft. Super untrainiert wie ich zu diesem Zeitpunkt war musste ich die Route Abkürzen und kam nur bis zur Gorialm. Doch seit diesem Tag hatte mich das Bergfiebergepackt. An jedem vermuteten letzten schönen Tag ging ich auf den Berg. Nicht nur auf die Kampenwand auch auf andere und irgendwie immer allein. Es lag gar nicht so sehr daran, dass niemand mit mir gehen wollte. Zeitlich hat es einfach anscheinend nicht geklappt und wenn ich ehrlich bin, bin ich schon manchmal ein Eigenbrötler. Mein eigenes Tempo, mein eigener Weg und meine eigenen Gedanken sonst nichts.

Wie unglaublich stolz ich war als ich es das erste Mal auf die Spitze der Kampenwand geschafft habe. Nicht ganz rauf, das letzte Stück führt um den Fels herum an einem Drahtseil und dann kommt wohl noch eine Brücke. Mein Schwindel stand mir im Weg und ich habe mir diesen Schritt für ein anderes Mal aufgehoben. An dem Tag bin ich auch alleine los und habe mich dann recht schnell ein klein wenig verlaufen.  Schnell fragte ich einen Kameraden nach dem Weg und hatte nach nicht mal fünf weiteren Metern in die selbe Richtung einen Weggefährten für den Kampenwand Auf- und abstieg gefunden.Über Gott und die Welt haben wir geredet. Ist es nicht schön neue Menschen kennen zu lernen und neue Geschichten zu hören? Wäre ich nicht alleine losgegangen hätte ich diese schöne Bekanntschaft nicht gemacht. Und so ist es doch irgendwie immer, wenn man weltoffen genug ist. Man geht alleine los aber auf dem Weg trifft man immer weider Gleichgesinnte.  Sei es eine Bergtour, eine Reise oder irgendein anderes berufliches oder privates Abenteuer.  Eine riesen Hilfe war mir dabei die Website https://www.bergtour-online.de/ Dort findet man wirklich alle Infos die man braucht wenn man eine Tour gehen will. Der Weg zur Kampenwand über die Gorialm ist ein Weg auf dem ich meine Fitness testen kann. Am Anfang hatte ich solche Probleme in schnellem Tempo da rauf zu gehen und heute habe ich es in 30 Minuten zur Gorialm geschafft. Es war aber auch ein Wettlauf gegen die Zeit, weil ich bis zum Sonnenuntergang oben sein wollte und der war laut iPhone um 18:24 und ich ging um 17:30 vom Parkplatz Hintergschwendt los. Um 18:03 war ich dort oben auf der Weide und hab diesen wahnsinnig schönen Abendhimmel genossen.

Beflügelt von diesem erfolgreichen Tag machte ich es mir zur Aufgabe noch möglichst viele schöne Gipfel zu erklimmen und ich bin auf einem sehr guten Weg dorthin. Ich weiß nicht genau ob es gerade ein Trend ist, ob es an meinem Alter und meiner Region liegt oder ob es mir nur jetzt erst auffällt – aber erstaunlich viele Menschen in meinem Umfeld teilen diese Begeisterung für die Berge. Wen wundert es. Die Natur, die Ruhe, der Sport und als Belohnung am Ende die Aussicht. Ich gehe ohne Musik völlig fokussiert meinen Weg und irgendwie fallen alle Sorgen von mir ab. Manchmal hat man einfach keine Zeit nachzudenken weil man so auf seine Schritte konzentriert ist und ein andermal ist man einfach stolz, fröhlich und dankbar für den schönen Tag.

Manchmal braucht es nur einen kleinen Schubser in die richtige Richtung damit man sich wieder daran erinnert wer man ist und was man kann. Manchmal überhört man im ganzen Alltagsstress die innere Stimme und man verliert irgendwie den Draht zu sich selbst und genau dann tut es so gut mit sich allein zu sein und einfach nur den Weg entlang zu gehen und dabei versucht man herauszufinden was man eigentlich gerade will.

“Into the forest we go we lose our minds and find our soul”

 

 

Madeleine

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